Wir gehen Hand in Hand
in eine gemeinsame Richtung
ich bleibe stehen – Du auch
im gemeinsamen Gehen verlor ich den Ausdruck deines Gesichts
ich frage mich: „kenne ich Dich noch? Weiß ich noch, womit Du beschäftigt bist?“

Vielleicht wird im selbstverständlichen Gehen auf einem selbstverständlichen Weg
Automatisches in Gang gesetzt,
Automatisches, das uns blind macht für die Kreationen auf unserem Weg.

Deshalb, mein lieber Weggefährte, meine liebe Weggefährtin
halte ich inne
vergewissere mich
dass wir noch da sind
mit unsere Kreationen
auf unseren gemeinsamen Weg – begehbar und sinnvoll

Ich bin an Deiner Seite – Du auch?

Wir Menschen verändern uns durch unser Tun, durch unser Verhalten im neuronalen System und in der Folge auch hormonell und in der gesamten Biologie.

Ein Beispiel: Dein Job macht Dir wenig Freude. Aus diesem Grund entsteht zunehmend Stress. Durch die chronisch vorhandenen Stresshormone (u.a. Adrenalin) wird Deine Wahrnehmung geringer – es fühlt sich nicht mehr so unerträglich an. Du findest Dich ab, arrangierst Dich. Gleichzeitig wird das Oxytocin in Deinem Körper weniger. Der Antrieb für Liebe und Zärtlichkeit verringert sich. Deine Fähigkeit, gesundes Beziehungsverhalten an den Tag zu legen nimmt ab usw. In der Biologie sprechen wir von der Neuroplastizität des Gehirns.

Definition: Neuronale Plastizität ist die Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Gehirnarealen, sich in Abhängigkeit von ihrer Verwendung zu verändern. Je nach System spricht man von synaptischer Plastizität oder kortikaler Plastizität.

Was heißt das in unserem Alltag?

Ein kleiner Ausflug in die Lernpsychologie:

Versetze Dich bitte kurz in die Vergangenheit. Du lernst Autofahren. Kannst Du Dich noch an den ersten Moment erinnern, als du kuppeln, Gang einlegen, Kupplung loslassen, Gas geben und lenken gleichzeitig solltest? Und dabei den Verkehr beachten, rechtzeitig bremsen etc. War es anstrengend?

Wir alle haben, wenn wir etwas Neues, Komplexes lernen, mit Überforderung zu kämpfen.

Unsere Synapsen, Nervenzellen (unser Gehirn) hat zu dem Thema, das wir gerade neu lernen, noch keine Strukturen angelegt. Die Hardware und die Software fehlt. Im Üben der Software (Information von außen) bauen sich Strukturen in unserem Gehirn (Hardware) auf, die das Gelernte automatisch abspielbar machen. Die auf diesem Weg entstandene Hardware ermöglicht es uns, Gelerntes automatisiert abzurufen.

Mit der Wiederholung fällt es uns durch die automatisierten Vorgänge in unserem Gehirn (unser Gehirn ist für die neue Aufgabe umgeformt worden) leichter, das Neue in die Tat umzusetzen.

Wenn nun ein Mensch in seiner frühen Kindheit die Welt als feindlich, schwierig, und undurchschaubar erlebt hat, handelt er später auf dieser Basis. Die durch Übung entstandenen Strukturen (Hardware) bewirken Verhalten entweder im Sinne von Angst, Kontrolle und übermäßiger Zurückhaltung oder im Sinne von übermäßiger Durchsetzung, Intrige, Unehrlichkeit und sich verstecken. Die biologischen Systeme, z.B. die Hormone, wirken mit und bestätigen die „Richtigkeit des Tuns.“

Z.B. das Lernbestätigungshormon Dopamin, das uns – bildlich gesehen – im obigen Beispiel mit der ersten Fahrstunde bestätigend auf die Schulter klopft und uns ermutigt, wenn wir die ersten 50 Meter Fahrstrecke „erfolgreich“ hinter uns gebracht haben, wird durch langfristig negative Erfahrung zum Überlebenshormon, das uns bei chronischer Überforderung dazu bringt, unangemessene Verhaltensmuster zu üben, zu etablieren und zu automatisieren.

Man könnte an dieser Stelle sagen, durch dieses Geschehen werden Mobbingtäter und Mobbingopfer geboren.

Liebe und Angst – die Gegenspieler unseres Daseins

Das Bindungs- und Liebeshormon Oxytocin wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als als Wehen auslösendes Hormon entdeckt. Mittlerweile wissen wir, dass es weit mehr Funktionen in unserem biologischen System hat. Als „Kuschelhormon“ stabilisiert es die Bindung zwischen Mutter, Vater und Kind. Es lässt uns lieben, macht uns weich und zugewandt. Oxytocin sorgt für dauerhafte Bindungen. Auch bei Paaren. Wenn wir uns ansehen, wie sehr kleine Kinder auf die Betreuung der Eltern angewiesen sind und wie lange es dauert, bis sie einigermaßen auf eigenen Füßen stehen, wird uns klar, warum es biologisch notwendig ist, dass zwischen Mann und Frau eine langfristige stabile Beziehung hormonell zu Grunde gelegt ist.

Oxytocin (das Bindungshormon) kann nur unzureichend gebildet werden, wenn wir gestresst sind. Wenn wir in Stress (Angst) sind, reagieren wir im sogen. Kampf- und Fluchtmodus. Da ist kein Platz für Liebe und Mitgefühl, für Glückshormone und für unser Oxytocin. Wir werden von den Stresshormonen regiert: Adrenalin und Cortisol.

Beziehungen können demnach in ihrer heilen Form nur dann entstehen, wenn wir aus der Kampf- und Fluchtsteuerung herausgehen. Wenn wir in unsere Bestimmung gehen,  lebende und mitfühlende Wesen zu sein. Voraussetzung dafür ist ein überwiegendes Erleben von Freude, Nähe, Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Wenn ich mir die Vita von verschiedenen Klientinnen und Klienten in meiner Praxis anschaue, komme ich zu dem Schluss, dass viele von uns „bereits schon im Mutterleib“ gemobbt wurden.

Noch einmal die Definition von Mobbing:
Jede Art von feindseliger Handlung (zum Beispiel Abtreibungsversuch) gegen eine Person über einen längeren Zeitraum (z. T. weite Teile der Kindheit und Jugend), bei der die betroffene Person keine Möglichkeit hat sich zu wehren und zu schützen.
An dieser Stelle wird klar, dass Mobbing unmittelbar mit Gewalt gleichzusetzen ist.
Bis zum zwölften Lebensjahr lernt ein Kind, das nicht geliebt wurde, sich selbst abzulehnen. Da wir biologisch auf die Eltern angewiesen sind, entscheiden wir uns zumindest in der Kindheit,  die Eltern zu lieben. Der von der Natur aus grundgelegte Weg in die Selbstliebe bleibt uns verschlossen.

Unser Proviant heil zu werden:

  • Wir alle haben in unserer Zeit im Mutterleib vorwiegend Geborgenheit, Versorgung und die Möglichkeit uns in unserer Zeit zu entwickeln erlebt, ansonsten hätten wir biologisch nicht überlebt und wären nicht geboren worden.
  • Bereits vor dieser Inkarnation und vor unserer Ankunft im Mutterleib trägt, hält und nährt uns unser Energiesystem. Im Verlauf der ersten zwölf Lebensjahre lernen wir dieses Potenzial für uns zu nutzen.
    Wir lernen es abhängig von unseren Erfahrungen mehr oder weniger. Positive Erfahrungen lassen uns mehr energetisches Potential verfügbar machen. Wenn wir negative Erfahrungen machen, lernen wir weniger, dieses Potenzial zu nutzen, es bleibt aber vorhanden.
    Das menschliche Energiesystem steht also zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens zur Verfügung. Dieses vollständige individuelle und vollkommene Potenzial als Basis für ein glückliches, gelingendes Lebens zu nutzen ist lern- und übbar. (Näheres zu den Kursen und Produkten zu diesem Thema auf meiner Homepage)
  • Wie oben beschrieben ist unser Gehirn neuroplastisch. Mit jeder positiven Erfahrung baut sich nicht nur die Software, sondern auch die Hardware um. Positive Erfahrungen schaffen positive Strukturen, die dann noch positiveren Erfahrungen den Ausgangspunkt bieten.
  • Beziehungen sind heilsam, wenn sie ein neues, besseres Lern- und Übungsfeld bieten. Aufmerksames liebevolles für einander da sein, Austausch und Interesse und nicht zuletzt Liebe, Geborgenheit und körperliche Nähe schaffen ein Feld von Heilung und dauerhafter Veränderung. Die Lebensradt-Kurse, vor allem der Lebensradt-Lebenskurs, sind speziell darauf hin ausgerichtet.

Alles in allem ist jeder Schritt, den wir in eine mobbing-freie Gesellschaft gehen, ein Schritt aus der Gewalt in ein liebevolles, gelingendes Leben für jeden Einzelnen.