Wir von der Lebensradt Akademie bedienen uns oft unterschiedlicher Methodik um Aspekte, die uns vermehrt in unseren Coachings und Workshops begegnen, zu Forschungszwecken genauer zu betrachten. So sind wir in der Lage, spezifischer auf die, wie es scheint, anstehende Thematik einzugehen.

Vergangenen Sonntag, nach eingehender Beratung und Auswertung unserer Coachings in den letzten 4 Wochen, war uns klar:  das Thema Schuld, Schuldgefühle, Übernahme von falscher Verantwortung und die dadurch einhergehende Handlungsunfähigkeit bedarf einer näheren Betrachtung.

Wir entschließen  uns also, eine Aufstellung zu den verschiedenen Aspekten zu machen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Aufstellungen, die bei uns durchgeführt werden, laufen, ob sie nun ein kollektives Thema betrachten oder ein privates Thema behandeln immer so ab, dass die Stellvertreter niemals wissen, für welche Person, respektive für welchen Aspekt sie stehen. Das  ist aus unserer Sicht wichtig, um ein unverfälschtes, vom eignen Bedürfnis (des Stellvertreters) unbeeinflusstes Ergebnis zu erlangen.

Nun, da Du Leser bist, verrate ich Dir natürlich schon jetzt, welche Aspekte wir betrachteten:

Die Schuld, die Schuldgefühle, das Weibliche und das Männliche, die Art der bei uns Praktizierten Arbeit (Stichwort 9to5), die Zukunft, der Erfolg, die Liebe und die Vergangenheit.

Unsere Vermutung war: dieses Thema ist weiblich und wir waren gespannt, welche Lösung wir gezeigt bekommen würden.

Das erste Bild, nachdem sich alle ihren Platz gesucht hatten, war grotesk. Da tanzten die Schuldgefühle einen irren Tanz, der alles andere übertönte, während die Schuld vollkommen ermüdet und genervt in der Ecke saß. Und das, während keiner der Anwesenden auch nur ansatzweise einen Handlungsimpuls verspürte. Die Schuldgefühle (bewusst getrennt von der Schuld an sich), hatten das Zepter in die Hand genommen, regierten vollkommen unkontrolliert das Geschehen – keiner fühlte sich wohl – keiner handelte.

Die 9to5 Arbeitswelt versuchte für Ordnung zu sorgen, konnte sich aber nicht bewegen, das Männliche versuchte alle voranzubringen und wollte weitergehen, ohne Erfolg. Die Vergangenheit konnte die Schuldgefühle irgendwann stoppen, und es kam etwas Bewegung in die Sache.

Letztendlich gabt es ganz viele Feinheiten in dieser Aufstellung, die hier den Rahmen sprengen würden, (darauf gehen wir gerne im Einzelgespräch ein, denn auch diese Aspekte sind natürlich wichtig und spielen in unserer Arbeit eine Rolle) wichtig für jetzt ist, was letztendlich zur Lösung führte:

Die Schuld nämlich, die hatte es sich auf den Schultern der Zukunft gemütlich gemacht, während diese unter dieser Last fast erdrückt wurde, aber nicht die Notwendigkeit sah, zu handeln, als das Weibliche in leisem Ton die Schuld fragte, ob sie nicht ein bisschen nach links gehen könne.( Ja, das Weibliche hat AUCH den Konjunktiv verwendet – wer fühlt sich ertappt?)  Ich kann Dir sagen (denn ich war die Schuld 😉 ) ich hatte selten so viel Unverständnis, ja Wut und Ungeduld, wie für diese – freundlich ausgedrückt – wenig klare und wenig kraftvolle Ansage. Das Weibliche erschrak wirklich ehrlich und richtig ob dieser Reaktion, fühlte sich durch die Einforderung von Klarheit und zugegebenermaßen auch kraftvoller Wut zunächst irritiert und brachte es dann – nach der Einforderung seitens der Schuld – übers Herz eine klare und kraftvolle ( im wahrsten Sinne des Wortes BEWEGENDE) Anweisung zu geben.

Was die komplette Aufstellung veränderte, ja letztendlich heilte.

Das Schlussbild, das sich ergab, war wundervoll: Das Weibliche und das Männliche gehen Hand in Hand mit der Zukunft oder in die Zukunft.

Das ist, wie die Dinge stehen und ja, diese Geschichte zwischen Mann und Frau, die ist eigentlich (im Kollektiv) heil oder sagen wir am heilen. Wenn, ja wenn wir Frauen in unsere Kraft kommen, uns verbinden, bereit sind klare Worte zu sprechen. Es ist unser Job. Jetzt. Wenn sich etwas ändern soll  (und das tut es)!

Letztendlich ergibt sich für uns, für unsere Arbeit folgendes Bild: um eine Heilung weiter voranzubringen (und hier geht es mitunter auch um die Heilung gesellschaftlicher Strukturen, Schieflagen, Überhänge, ungerechter Verteilung von Löhnen und Rechten…) braucht es: die Frau. Und zwar in ihrer kraftvollen, durchsetzungsstärksten und klarsten Form.

Wir brauchen Frauen, die in der Lage sind, klare Worte zu sprechen und dazu zu stehen. Die auch mal radikal sind. Verbunden mit ihrer Wurzel. Frauen, die sich ihr Recht zu leben und gut behandelt zu werden, rausnehmen, ihren Platz einnehmen und voll ausfüllen. Die sich ausbreiten und über ausreichend finanzielle und verbale Mittel verfügen, um in dieser Welt gehört, gesehen und wirkungsvoll zu sein. Frauen, die auch mal unangenehm sind, Dinge ansprechen und nicht locker lassen, bis sie ihre Antworten angemessen und deutlich bekommen.

Frauen, die sich erinnern, an ihren Speed, ihre Klarheit, erinnern an ihre Größe und Verbundenheit, ihre Unversehrtheit, an ihren Standpunkt! Frauen, die wissen, dass ihnen nichts passiert, sagen sie ihre Meinung, ja stellen sie ihre berechtigten Forderung(en).

Nun, das ist, was wir als Resümee mitnehmen. Was wundervoll war, war die Aussage des Männlichen, wie entlastend die Erfahrung ist, hier nicht der zu sein, der voranschreiten muss, der handeln muss. Sondern der, der sich verbinden darf. Tja, für jeden etwas dabei, würde ich sagen.

Nun, die Zeitqualität birgt genau diesen Schatz, und ich merke, wie es immer klarer wird, wie die nächsten Schritte aussehen. Natürlich sind die nächsten Wochen nicht Kuchen backen und hinterm Ofen verstecken (das ist bitte metaphorisch zu verstehen), und natürlich sorgt dies nicht immer für sofortige Freude in der Umwelt. Langfristig führen aber genau diese Turbulenzen oder kurzfristigen Ungereimtheiten zu einer größeren und notwendigen Lösung.

Insofern: Mädels, nehmt Euren Mut. Und bedient Euch Eurer klaren und deutlichen Sprache. Schaut Euch genau an, wie Euer Leben eingerichtet ist, und wo mehr Bewegung, Klarheit und Freiheit für Euch sein darf.

Nicht gegen „die Männer/das Männliche“ sondern für die Zukunft.

Aloha

Regina