Mobbing beginnt schleichend. Wie unabsichtlich. Feige. Worte werden falsch ausgelegt – im Zweifel gegen die Lösung, gegen den Betroffen, gegen „den Anderen“. Nach Klärung wird nicht gesucht. Es ist einfacher zu bewerten, abzuwerten, zu verurteilen.

Schweigen dröhnt in meinen Ohren
heimlich schwingen Gedanken in meinen Sinn
verklungene Worte
grau und zäh wie das Blei der Waffen aus alten Kriegen
durchziehen den Raum, den ich betrete

Die Anderen lächeln an mir vorbei
giftiger Glanz in ihren Augen
klirrende Härte in metallenem Lachen
speer-spitzen-gleich

Die Welt meiner Freunde gibt es nicht mehr
verklungen in der fahlen Unehrlichkeit nicht gesagter Worte

Bin ich verloren oder Ihr?

„Sie war ohnehin schon immer anders!“
„Eigentlich war er mir von vorneherein nicht wirklich sympathisch!“
„Immer weiß sie alles besser – hast Du gesehen, wie sie den Chef anhimmelt?“

Offensichtlich genießen es Menschen, von sich abzulenken. Einfach mal zu „ratschen“. Sich überlegen oder cool zu fühlen, sich die Erlaubnis zu geben, über Dritte zu lästern.

In den vergangenen Jahren habe ich Schulklassen mit Lehrern  im Rahmen des Projektes „Gelassenheit macht Schule“ weitergebildet.
Eine Übung:
Auf meine Frage, wer das größte Lästermaul  der Klasse sei, erntete ich immer Gelächter und alle zeigten auf Eine(n) – dem das keineswegs peinlich war.

Ich bat ihn nach vorne und machte einen kinesiologischen Muskeltest.
Bitte denke an etwas Schönes – starker Test
Bitte denke an Ärger – schwaches Testergebnis

Nach einigen Beispielen bat ich den Test-Kandidaten sich jemanden vorzustellen, über den er lästert und ließ ihn die Worte laut aussprechen.

Während des Lästerns ist es noch niemanden gelungen, in der starken Muskeltestung zu bleiben. Ich nehme an, dass es das Opfer trifft, wenn gelästert wird.

Aber auch den Lästerer trifft es – unmittelbar und direkt – mit Schwächung seines energetischen Systems (die eigene Kraft wird reduziert).

In zwanzig Jahren mit diesem Test gab es kein einziges anderes Ergebnis:

Negativ über Andere zu denken und zu reden schwächt.

Wir sollten hellhörig werden, wenn gelästert und negativ geredet wird – im Sinne der Schwächung des Einzelnen und der eigenen Psychohygiene.

Mobbing beginnt schleichend, unabsichtlich. Zu Beginn spielt sich jemand scheinbar harmlos auf, maßt sich eine Urteil an oder verbirgt mit sinnloser Bosheit seine eigenen Inkompetenz. Häufig werden Mobbing-Opfer beneidet, in der Regel ist ihnen nicht einmal bewusst worum.

Daraus entstehen viele Arten von feindseligen Handlungen gegen eine Person und setzen häufig einen Prozess über einen langen Zeitraum in Gang, zerstörerisch für alle Beteiligten.

Die betroffene Person (das Opfer) hat keine Möglichkeit, sich zu wehren und sich zu schützen.

Aus meiner langjährigen Arbeit in meiner  Lebensradt-Praxis weiß ich, dass Mobbing häufig bereits in der frühen Kindheit beginnt. In vielen Familien gibt es „das irgendwie andere“ Kind. Bei näherer Betrachtung stellen sie die „anderen Kinder“ überdurchschnittlich häufig als hochbegabt oder/und hochsensibel heraus.

Es wird mehr abgewertet, kritisiert und benachteiligt, als die Geschwister. Menschen, die dies in der Herkunftsfamilie erleben, strengen sich besonders an, beliebt zu sein. Sie nützen Ihre Ressourcen nicht primär für sich selbst, sondern für Andere. Die Angst, ausgeschlossen zu sein, entsteht.

Der Grundstein für ein lebenslanges Helfersyndrom ist gelegt. Aus meiner Erfahrung in über 30 Berufsjahren in Pädagogik und Heilkunde  ist dies eine ideale Basis für ein Schicksal als Mobbingopfer.

In der Regel kommen Klienten und Patienten nicht mit dem Bewusstsein, Opfer von Mobbing geworden zu sein, in meine Praxis. Zu sehr sind sie daran gewöhnt, Spielball der Launen anderer zu sein. „Du bist humorlos!“, „Jetzt sei nicht so zickig “, „Stell Dich nicht so an – Du hörst ja die Flöhe husten!“ und ähnliche Sprüche fallen bei verletzten Reaktionen und dem Versuch, sich zu wehren.

Die Angst, nicht dazuzugehören, macht mundtot. Ein Teufelskreis, der häufig schon früh in der Kindheit beginnt. Die Betroffenen sind daran gewöhnt und nicht mehr in der Lage zu erkennen, dass sie Mobbingopfer sind.

Häufige Symptome von Menschen, die zum Mobbingopfer wurden, sind:

  • chronische Kopfschmerzen und Migräne
  • Schlafprobleme
  • Erschöpfung, Burnout, Konzentrationsprobleme
  • Vegetative Dystonie, hormonelle Störungen
  • Angst, Unruhe
  • chronische Abwehrschwäche

Häufig liegt das Mobbing viele Jahre zurück und die chronischen Probleme bessern sich erst, wenn die Problematik betrachtet, geklärt und bearbeitet wird – sinnvollerweise mit traumatherapeutischen Interventionen.

Aus meiner Sicht ist es ein dringendes gesellschaftliches Anliegen, Bewusstsein für Mobbing und die damit verbundenen verheerenden Dynamiken zu entwickeln. Es hängt großes persönliches Leid, eine Vielzahl gesundheitlicher Probleme und darüber hinaus immenser sozio-ökonomischer Schaden daran.

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